Kleintribüne im Stil der klassischen Scalextric-Gebäude:
Entwurf: Frank Rehberg
Ein paar Überlegungen vorab:
Wenn dieses Modell auch ein Kleingebäude ist, so möchte ich anders als bei den bisherigen X-Mas-Specials,
ein wenig mehr Wert auf die Qualität der Ausführung legen. Ich möchte euch zeigen mit welchen Tricks man
ein Modellgebäude bauen kann, welches einem Plastikmodell in nichts nachsteht.
Bei meinem letzten Besuch der Ruhrslot-Carrerabörse fand ich für wenige EUR ein Plastikmodell der
Scalextric-Tribüne No. K/705 die bei diesem Hersteller in den 60er und 70er-Jahren im Programm zu finden war.
Dieses Modell war die optimale Vorlage um daraus ein kleines Kartonmodell zu entwerfen.
Bei der Umsetzung habe ich mich weitestgehend an den Originalabmessungen orientiert, da die Proportionen dieser Tribüne
sehr gelungen sind.
Bei den Sitzrängen der Tribüne handelt es sich um eine "offene Ausführung" was eine besondere Bautechnik für den
Nachbau des Modells erforderlich macht. Normalerweise ist Karton als Baumterial viel zu weich und neigt dazu bei schmalen Strukturen
(wie hier die Sitzbankunterkonstruktion) durchzubiegen. Damit wird dann ein ungleichmässiges optisches Ergebnis erzielt und die
"Bretter" unter den Sitzbänken würden fast unsichtbar (weil zu dünn) in der Frontansicht wirken.
Bei diesem Modell wird daher ausgiebig von der Technik der Verstärkung mit 1-2mm dickem Graukarton gearbeitet.
Im Modellbau spricht man auch von "aufdoppeln". Die auf Fotokarton ausgedruckten Vorlagen werden dabei auf den Verstärkungskarton
flächig aufgeklebt und dann ausgeschnitten. Diese Technik bietet sich besonders bei grösseren Bauteilen an, wie z.B. Seiten-
oder Rückwänden die keine feinen Strukturen aufweisen. Geeigneter Verstärkungskarton ist im A4-Format für wenige
EUR im 10er-Pack erhältlich. Ich verwende ihn bei fast allen neueren Modellen.
Eine andere Technik besteht darin, dass man die auf Fotokarton gedruckte
Vorlage ausschneidet, dieses Bauteil erneut auf eine weitere Lage Karton gleicher Stärke aufklebt und vorsichtig entlang der
bereits geschnittenen Konturen erneut ausschneidet (Sandwichbauweise). Dieser Vorgang kann je nach benötiger Bauteildicke
mehrfach wiederholt werden.
Diese Technik bietet sich bei den hier im Modell gezeigten Geländern an, da man
die filigranen Strukturen nicht in einem Gang aus einem ca. 1mm dicken Karton ausschneiden muss und dennoch als Resultat
ein 1mm dickes Geländer erhält, das in Wirklichkeit aus 3 Lagen von ca. 0,3mm Stärke besteht.
Nun aber genug der Erklärungen.
Viel Spaß beim Basteln !
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