iTrack4Fun-System: Sonderschienen selbstgebaut

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Vorab ein rechtlicher Hinweis:
Diese Nachbauanleitung ist für den privaten (nichtkommerziellen) Gebrauch freigegeben.
Generell liegen alle Rechte bei mir.
Eine Veröffentlichung auch von einzelnen Teilen dieser Anleitung und Grafiken ist ohne meine Genehmigung nicht erlaubt!
Alle Angaben ohne Gewähr (Anregungen und konstruktive Kritik sind wie immer erwünscht).


klicken um das Bild vergrössert zu erhalten Sonderschienen selbstgebaut:
Entwurf: Frank Rehberg
Immer wieder kommt man bei der Bahnplanung in die Situation das man eigentlich eine Schiene benötigt, die es so in dieser Form ggf. gar nicht serienmäßig gibt. Wenn man z.B. eine Boxengasse bauen will, bei der die Einfahrt aus Platzgründen (oder weil es realistischer aussieht) um eine Kurve geführt werden müßte oder wenn man für eine Digitalweiche nicht den Platz von 2 hintereinanderliegenden Standardgeraden in seinem Layout mehr hat ist man an dem Punkt angelangt an dem man über den Selbstbau dieser Sonderschienen nachdenken muß.

In diesem Beitrag zeigen wir Euch wie man aus ein paar Standardschienen solche speziellen Lösungen bauen kann. Auch wenn wir uns hier zunächst auf Schienenmaterial der Carrera EVO/EXCL/D132 beziehen, kann man die hier gezeigten Techniken grundsätzlich auch auf den Umbau von Schienen anderer Bahn/Schienen-Systeme übertragen.

Unser erstes Projekt: Eine einfache Kurvenweiche
Für die digitalen Carrera-Systeme gibt es bisher leider auch nur Spurwechselschienen in Form von Standardgeraden. Kurvenweichen sind derzeit nicht verfügbar.
Da aber ein Fahrzeug bei der Fahrt durch eine Kurve der Ideallinie folgt, wäre es doch recht praktisch wenn man eine Weichenschiene derart umbaut das es am Ende der Weiche quasi von der Außen- auf die Innenspur wechselt. Da die Carreraweichen zweiteilig sind, reicht es wenn man an die gerade Schiene (auf der die Weichenmechanik- und elektronik ist) im Originalzustand beläst und nur die Schiene mit dem Weichenende (dort ist ja keine Elektronik integriert) durch eine modifizierte (selbstgebaute) Kurvenschiene austauscht. Ein optimales Projekt um den Selbstbau von Sonderschienen zu probieren. Ein großer Vorteil besteht außerdem darin das diese Weiche recht gut und platzsparend in jedes Layout integrierbar ist.

klicken um das Bild vergrössert zu erhalten klicken um das Bild vergrössert zu erhalten Los gehts:
Wie im Bild ganz oben schon zu sehen, bauen wir eine Standard-Kurve-0 um. Sie ist recht preiswert erhältlich und daher optimal um einen ersten Umbau zu wagen. Falls es nicht klappen sollte, ist der materielle Verlust zu verkraften. Der Umbau läßt sich selbstverständlich auch für einen anderen Kurvenradius machen.
Für die Kurve0-Schiene benötigen wir eine Basisschiene (dort wird die Diagonale eingebaut) und eine Kurve0 als "Spenderschiene" (hiervon benötigen wir nur den äußeren Radius/Spur).

Aus der "Spenderschiene" muß die äußere Spur (das Plastik entlang Stromleiter und Slot) herausgetrennt werden. Hierzu verwende ich eine Technik mit der man ein schnelles und zudem sehr sauberes Schnittergebnis erzielt. Mit einem Cuttermesser (Abbrechklingen) wird auf der Schienenunterseite direkt neben dem Plastik des Slots (beide Seiten) unter gleichmäßen Druck immer wieder entlanggeritzt (Bilder oben). Hierbei ruhig mal die Klinge wechseln/abbrechen und diesen Vorgang ca. 20 mal je Schnitt so lange wiederholen bis man das Plastik druchschnitten hat. Hört sich kompliziert an, ist aber um ein Vielfaches sauberer und auch einfacher als mit einem Drehmel zu arbeiten, ihr werdet es sehen.
klicken um das Bild vergrössert zu erhalten So erhalten wir einen sauber herausgetrennten Slot inkl. Leiterbahnen für unsere Kurve.
Anschließend wollen wir die Weichengerade und unsere Kurve0 probeweise zusammenstecken. Hierzu muß zuvor jedoch einer der mitteleren Verbindungszapfen entfernt werden, da die Weichengeraden ja in der Mitte einen dritten Stromleiter haben. Auf die zusammengesteckten Schienen kann nun zu einer ersten Positionsbestimmung der ausgeschnittene Slot aufgelegt werden. (Bild links)
klicken um das Bild vergrössert zu erhalten Zum Anzeichnen des auszuschneidenden Schienenstreifens legen wir den ausgeschnittenen Slot mit der Oberseite nach unten (also auf die Schienenoberfläche) als Schablone auf und markieren uns die Schnittkanten mit einem Bleistift (Bild links). Das Ergebnis kann man im rechten Bild sehen und die Position der Schnitte ggf. nochmals prüfen. klicken um das Bild vergrössert zu erhalten
Nun kommen wir zu einem anderen für den Selbstbau/Umbau von Schienen wichtigen Punkt. Zunächst habe ich immer geglaubt die Edelstahlstromleiter einer Carreraschiene seien fest in das Plastik der Schiene eingeschweißt und daher müste man die Schiene mitsamt der Stromleiter bearbeiten. In einigen Slotforen habe ich jedoch die Info gefunden das man sie zur einfacheren Bearbeitung herauslösen kann. Die Bilder hier unten zeigen zunächst (Bild 1) das die Stromleiter auf der Schienenunterseite in regelmäßen Abständen durch unterbrochene Stellen im Plastik des Slots zu sehen sind und genau an diesen Stellen umgebogen sind. Durch diese Methode wird der U-förmige Stromleiter in der Schiene festgehalten.
Wenn man nun mit einem kleinen Schraubendreher und einer kleinen Flachzange diese umgebogenen Stellen wieder gerade biegt (Bild 2), läßt sich der Stromleiter durch vorsichtiges hebeln (Bild 3) aus der Schiene trennen. In Bild 4 sieht man wie ein Stromleiter zur weiteren besseren Bearbeitung aus unserer Kurve herausgenommen wurde.
(wie immer einfach auf das Bild klicken um es vergrößert zu sehen)

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klicken um das Bild vergrössert zu erhalten Aus der so vorbereiteten Kurvenschiene wird nun wieder mit dem Cutter das zuvor angezeichnete Stück ausgeschnitten. Da die Oberseite der Schiene etwas ungleichmäßiger ist legen wir erneut den ausgeschnittenen "Spenderslot" als Schablone auf die Schienenoberfläche und fahren wieder mit dem Cutter so lange entlang bis die Oberfläche durchschnitten/durchtrennt ist. Nachdem man mehrfach an der "Schablone" entlang geritzt hat kann man diese i.d.R. wegnehmen da man schon eine relativ gute Führung des Cutters durch den vorhandenen Ritz hat. Auch hier gilt, dass man u.U. sehr oft mit dem Cutter ritzen/schneiden muß bis das Material durchschnitten ist. Letztlich wird man aber durch einen sauberen Schnitt belohnt. klicken um das Bild vergrössert zu erhalten
klicken um das Bild vergrössert zu erhalten Weiter geht es mit der Bearbeitung des einzubauenden Slots. Zunächst werden hier beide Stromleiter auf die gerade beschriebene Art entfernt. Dadurch kann man das Kunststoffprofil des Slots einfacher zurechtsschneiden bzw. an den zuvor herstellten Ausschnitt in der Kurvenschiene anpassen. Hierbei greift man zweckmäßigerweise auf Drehmel, Feilen und Cutter zur Bearbeitung zurück. Um den Slot in die Schiene einzupassen kann es auch an der Schiene nötig sein die Öffnung weiter zu bearbeiten. Hier ist vielfaches Feilen und probieren angesagt bis die Plastikteile locker und spannungsfrei zusammenpassen. Um die gesamte Passgenauigkeit prüfen zu können, sollte man die Kurvenschiene auch an die Weichengerade anstecken bevor man mit dem Verkleben des eingesetzten Slots fortfährt.
Die Bilder hier unten zeigen jeweils die Ober- bzw. Unterseite der Schiene mit fertigem Ausschnitt für den Einbau des Slots (2 Bilder links) und die Ober- bzw. Unterseite der Schiene mit eingebautem Slot (2 Bilder rechts)

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Ist der Slot paßgenau vorbereitet, kann man ihn mit wenigen Tropfen Sekundenkleber von der Unterseite fixieren um dann erneut zu prüfen ob er mit der Fahrbahnoberfläche plan ist. Wenn nun das Ergebnis gut ist, kann man das Plastik des Slots entgültig mit der Schiene verkleben. Ich verwende dazu meistens Plastikkleber (z.B. aus Modellbau) Nachdem er ausgehärtet ist kann man zusätzlich die Verbindung von der Schienenunterseite her mit Heißkleber verstärken.

Jetzt werden die Stromleiter an die beiden neu entstandenen Slots angepaßt. Zum Durchtrennen der Edelstahlprofile eignet sich ein Drehmel mit Minitrennscheibe hervorragend. Das Durchtrennen mit einer Säge hingegen ist nicht unbedingt zu empfehlen, da man das Profil aufgrund seiner U-Form nicht so gut in einem Schraubstock o.ä. fixieren kann. Die zugeschnittenen Stromleiter werden dannach vorsichtig in die dafür vorgesehenen Öffnungen rechts und links des Slots wieder eingesteckt. Wer möchte kann zusätzlich auf der Unterseite die in den Öffnungen sichtbaren Stromleiter wieder etwas nach außen umbiegen um sie zu arretieren.

Bevor wir die Kurvenweiche testen können, muß noch der "Querslot" elektrisch mit den anderen Slots verbunden werden. Hierzu kann man Musterbeutelklammern verwenden.
Diese Methode wurde bereits ausführlich in der Rubrik ELEKTRONIK->Stromversorgung->ZusatzeinspeisungEVO beschrieben. Wer Interesse hat sollte sich hier ggf. genauer informieren.

Kontaktklammern-
vorbereiten:

Klammer zusammendrücken

Klammerkopf flachknicken

Klammerkopf mit Lötzinn versehen

 

Klammer zusammendrücken ...

... Kopf flachknicken ...

... und mit Lötzinn versehen.

Man nimmt einen ca. 10cm langen isolierten Draht und lötet an die beiden Enden je eine wie in den Bildern oben zu sehenden vorbereitete Musterbeutelklammer an. Die Messingblechzungen der Klammer lassen sich nun wunderbar in die Löcher unter den Stromleitern an der Schienenunterseite einschieben um Kontakt zu bekommen. Es versteht sich von selbst das jeweils die äußeren und die inneren Stromleiter untereinander verbunden werden.
Fertig !
Nachdem nun alle Stromleiter auf diese Weise elektrisch verbunden sind, kann der erste Einbau in die Bahn erfolgen. Unsere neue K0-Schiene ersetzt dabei den zweiten (passiven) Teil der Carrera-Weiche und wird an die ursprügliche Weichengerade angesetzt. Wenn man nun auf die Kurve zufährt, kann man durch betätigen der Weichentaste am Regler die folgende Kurve annähernd auf der Ideallinie befahren da man am Kurveneingang von der Außenspur auf die Innenspur gelenkt wird.
Mit diesem Umbau sollte gezeigt werden, dass sich auch Standardschienen mit ein wenig Geschick und Zeit für individuelle Strecken umbauen lassen. Diese Anleitung soll als Beispiel bzw. zur Anregung und zum Bau von eigenen Sonderschienen (wie z.B. Boxengassenausfahrten in eine Kurve hinein) anregen.





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